Stories

Corona: Ein profitabler Kontrakt mit dem Teufel!?

Achtung: Kein Fachartikel, keine (Fake-)news, Handlungsempfehlung, Statistik oder Prognose und (hoffentlich) auch kein Klopapier.

Liebes Corona,

vielen Dank fĂŒr die grĂ¶ĂŸte Herausforderung meiner Generation, das ausgiebige Kennenlernen, dein konstruktives Feedback und die guten Vertragsverhandlungen. Nachfolgend erhĂ€ltst du unsere unterzeichnete Kooperationsvereinbarung. 

Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

Kooperationsvertrag

Zwischen

Sars-CoV-2 (nachfolgend „Change“)

und

Unternehmen (nachfolgend „Angst“)

§ 1 Zweck der Kooperation

Die Vertragspartner verpflichten sich zu gegenseitiger Toleranz, konstruktiver Zusammenarbeit und stetigem Positivismus. 

Insbesondere der Change hat hierbei auf besondere Art und Weise auf die Bedingungen der Angst einzugehen und sich im Rahmen dieser immer wieder neu zu definieren.

Als Gegenleistung hat die Angst den unabdingbaren Change zu akzeptieren, sich diesem anzunehmen, offen und lösungsorientiert entgegenzutreten.

So oder so Ă€hnlich stelle ich ihn mir vor. Den essentiellen Vertrag, welchen wir nun als Unternehmen eingehen sollten. Progressiv, situationsbedingt, angepasst, aber stĂ€ndig mit der PrĂ€misse VerĂ€nderung zuzulassen und vielmehr als Learning sogar Weiterentwicklung zu betrachten. Nichts anderes also, als eine mögliche weitere Definition von Innovation.

Innovation die wir bis jetzt immer mit Termen wie „Trial and Error“, „remote“ oder „agile“ beschrieben haben. So jonglieren wir in Workshops oder Transformations Sessions mit diesen, commiten uns auf FĂŒhrungsebene auf die Umsetzung und wollen eine möglichst schnelle Implementierung, mittels hochindividualisierter Frameworks.

Herzlich Willkommen im Sprint Planning!

Change: Klopf, klopf! 
Angst: Hallo, wer ist da? 
Change: Ich bin es Corona! Ein anwendungsorientiertes Praxisbeispiel fĂŒr alles was du in der letzten Zeit integrieren wolltest. 
Angst: Ok, ciao! Sprint abgesagt, ab ins Home Office: Vergesst eure Desktop-PCs, FaxgerÀte und Aktenordner nicht.
Achja und falls die Bandbreite nicht reicht, habt ihr halt erstmal frei!

Warum ist das so?

Ein ErklÀrungsversuch

VerĂ€nderung reprĂ€sentiert in Deutschland noch oft Angst. Umstrukturierung ist ein Wort, welches grundsĂ€tzlich negativ behaftet ist. 

Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, dass sobald dieses Wort in einem Meeting fĂ€llt alle Anwesenden plötzlich in einer Periode von 15 Minuten, notorische Raucherpausen einlegen mĂŒssen und die Initiative schon verloren haben, sobald die zweite Slide an der Wand ist.

Doch: VerĂ€nderung aus der Organisation, aus der Dynamik und der KreativitĂ€t der Individuen ist etwas Positives. Manierierte Umstrukturierung aus externer oder C-Level-/Manager- Ebene, wie wir sie sehr oft erleben, ist es nicht. 
Viele große Unternehmen haben das noch nicht verstanden oder stecken in gewachsenen Strukturen. Solche Strukturen, die eben einfach kein effizientes Home Office zulassen oder in denen niemals ein VerstĂ€ndnis, fĂŒr flexibles Arbeiten aus intrinsischer Motivation wachsen konnte.

Eine solche Definition von Arbeit, welche grĂ¶ĂŸtenteils auf push-Faktoren basiert kann unter „normalen“ UmstĂ€nden funktionieren, ist jedoch (Vorsicht News!) ein großer Nachteil in einer weltweiten Pandemie.

Transparenz, Verantwortung, Teamarbeit und WertschÀtzung sind zukunftsfÀhige Werte, die empowern und pull-Prozesse provozieren.

Prozesse die jetzt plötzlich ĂŒberlebenswichtig sind.

„ALTERNATIVE WIRTSCHAFT“, IST NUR DANN ALTERNATIV, WENN SIE NICHT ALTERNATIVLOS IST.

Eine Revolution des Arbeitslebens!

Wirklich?

Das liegt an euch: euch Kleinunternehmern, Kreativen, Startups und Innovativen. NatĂŒrlich trifft euch die Krise hĂ€rter als viele große Unternehmen, aber wie oben beschrieben, habt ihr auch den großen Vorteil, einer schnellen und unkomplizierten Anpassbarkeit eurer Organisationsstruktur. Geht voran, hinterfragt, denkt neu und nehmt „Design Thinking“ einmal wörtlich! 

„Alternative Wirtschaft“ ist nur dann alternativ, wenn sie nicht alternativlos ist. Versieht man sich auf zugegeben recht einfachen Empirismus, so sollte uns allen auffallen, dass wir in unseren Alltag derzeit von vielen ursprĂŒnglich wohl eher als unkonventionell bezeichneten Mechanismen leben. 

Mechanismen die nicht nur in Pandemien zukunftsfÀhig sind und weitergedacht gehören.

HierfĂŒr mĂŒssen wir „Weiterdenken“ jedoch als Prozess verstehen, der unabdingbar und gemeinsam viel produktiver ist. In diesem können wir kollektiv Systeme entwickeln, die aktuell und nachhaltig Alternativen zu Amazon und Co darstellen.

Ein Beispiel:

Virtuelle Meetings sind toll und stehen oft plakativ fĂŒr die derzeitigen Herausforderungen. 

Leider erleben wir oft eine branchenĂŒbergreifende,“ angeborene“ Aversion gegen diese. Doch plötzlich sind wir gezwungen unserem Kollegen auch das sechste Mal zu sagen, dass er sich bitte beim mittĂ€glichen mampfen seiner Cornflakes muten darf. 
BeschĂ€ftigen wir uns nun nicht nur sporadisch mit unseren virtuellen Meetings, haben wir die Chance voranzugehen und zu gestalten! Durch methodisch, effizient gestaltete Videokonferenzen sind wir dann zukĂŒnftig in der Lage insgesamt unabhĂ€ngiger zu arbeiten.

Positiver Nebeneffekt: Wir lernen wann der Kollege regelmĂ€ĂŸig seinen Hunger stillt und legen die Meetings vielleicht auf einen anderen Zeitraum.

Statt in eine Lethargie des Zwangs zu verfallen, können, nein mĂŒssen wir ĂŒbergehen in die positive Kultur des Changes.

Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam oder undurchfĂŒhrbar sein oder nach Vertragsschluss unwirksam oder undurchfĂŒhrbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen unberĂŒhrt.

Unsere Not ist dann eine Tugend, wenn wir die durch diese animierten VerĂ€nderungen als Chance betrachten. Als Chance den Vertrag immer wieder neu zu Denken und unwirksame Klauseln iterativ zu verbessern, um aus der stĂ€ndigen VerĂ€nderung zu lernen. Das geht nur durch Akzeptanz, gepaart mit Mut und KreativitĂ€t. 
Oft sprechen wir vom „Grat zwischen Mut und Dummheit“. Dumm sein ist okay, wenn es verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ist! Vor allem in einer unbekannten Situation, in welcher wir aus jedem Fehler lernen können. Fehler die wir machen mĂŒssen um die Situation zu verstehen, mit ihr umgehen zu können und nachhaltig zu verĂ€ndern. 

An all die Ängste, lasst euch auf einen schwer kalkulierbaren Vertragspartner ein und gestaltet euren eigenen Vertrag, teilt die Benefits mit eurem Umfeld und lasst uns wieder gestalten statt stillzustehen!

Kreieren wir gemeinsam die viel zitierte Wirtschaft von morgen, die jetzt schon heute ist.

Wie ein Phoenix aus der Asche
.Ein Phoenix der nie wirklich tot war, doch nun zum ersten Mal mit einem anderen Federkleid aufersteht. StĂ€rker als frĂŒher!?