K01worker

Auf einen Kaffee mit… Martina

Liebe Freunde des Kombinats, 

wie lange sollen wir noch warten? Immerzu hei├čt es warten. Warten auf den Fr├╝hling, auf Godot, auf die Geliebten, die noch auf See sind. Zum Gl├╝ck hat das Warten auf Martina Podsklanova ein Ende. Denn obwohl sie bereits seit einigen Monaten bei uns im Coworking-Space ist, konnten wir sie erst jetzt zum Gespr├Ąch erwischen. 

Wir trafen uns zu Kaffee und Kuchen und plauschten ├╝ber ihre Arbeit, die (Un)notwendigkeit von sozialen Medien und was sonst so in ihrem Leben ansteht. 

Sch├Ân, dass Du Zeit f├╝r mich hast. Kannst Du mir erkl├Ąren was du arbeitest?

Meine Hauptt├Ątigkeit ist das Organisieren von Informationen, die ich aus Texten heraus beziehe. Ich untersuche, filtere, katalogisiere und gebe diese Informationen weiter. (├ťberlegt.) Meine Arbeit ist schwer zu beschreiben. 

Ach, wir hatten Informatiker, die haben das sogar hinbekommen!

Am besten du bezeichnest mich als eine Art ÔÇ×digital librarianÔÇť. Das trifft es sehr gut. Inhaltlich kann man das jetzt auch nicht so fest machen. Es sind unterschiedliche Themen. Mal sind es erfasste Daten aus dem Feld Wirtschaft. Ein anderes Mal erstelle aus gro├čen Datenbanken Indexe. Das h├Ąngt immer von den Projekten ab. Ein Vorteil ist es, dass ich meine Arbeit von ├╝berall machen kann. Das ist auch der Grund, warum ich hier im Kombinat gelandet bin. Wor├╝ber ich sehr froh bin, ist die Datensicherheit die hier vorhanden ist, denn das ist enorm wichtig f├╝r meinen Job. 

Nochmal zu den Informatikern. Tats├Ąchlich haben die meisten Leute, die hier auf deinem Stuhl sa├čen, im weitesten Sinne mit Technik zu tun.

Ich war selbst ├╝berrascht, dass es einen Markt f├╝r Leute gibt, die einer ├Ąhnlichen Profession nachgehen wie ich. Ich habe Literaturwissenschaften, Englisch, Slowakisch und Linguistik studiert und lange in Instituten gearbeitet. Zus├Ątzlich habe ich noch Bibliothekswesen studiert. Das hei├čt, ich bin eine der wenigen, die das machen was sie auch studiert haben. Dass ich das sogar als Freelancer mache, war nicht so beabsichtigt. Als meine Besch├Ąftigung in Kalifornien beendet war, habe ich mich auch in einem ├Ąhnlichen Umfeld umgeschaut. Beruflich ist f├╝r mich wichtig, dass ich meine Interessen und F├Ąhigkeiten einsetze. Das setzte ich gerade um und bin sehr gl├╝cklich dar├╝ber. 

Gew├Âhnlich schaue ich mir die Darstellungen in sozialen Medien unserer Coworker an. Nat├╝rlich nur, um mich auf das Gespr├Ąch vorzubereiten. Mich hat ├╝berrascht, ├╝ber Dich kaum was zu finden, weil besonders Selbstst├Ąndige diese Netzwerke vermehrt nutzen. Wie kommt das? 

(lacht.) Ja, das stimmt. Eigentlich macht man das auch so. In der Uni wurde uns beigebracht, dass das Werbetrommeln wichtig ist. Bedeutsamer als private Foren wie Facebook, sind Soziale Medien, die die eigene Profession in den Vordergrund stellen, wie LinkedIn. Ich hab da nicht wirklich einen guten Bezug dazu, au├čer dass ich gerne erfahre was die Kollegen so tun. Aber jetzt mal ehrlich, ich verbringe so viel Zeit online, da log ich mich nach der Arbeit lieber aus und versuche, einen klaren Kopf zu bekommen. Umso mehr freue ich mich jetzt mit Dir zu reden. 

Das finde ich auch super. Zum Schluss m├Âchte ich Dich fragen, wie es dir im Kombinat gef├Ąllt.

Mir gef├Ąllt die Atmosph├Ąre, die geschaffen wird, wenn sowohl Selbstst├Ąndige, als auch kleinere Unternehmen im gleichen Umfeld arbeiten. Alle sind aufstrebend und das ├╝bertr├Ągt sich auf einen selber. 

Vielen Dank f├╝r das Gespr├Ąch!